Trailrunning Kanaren advanced – Feinschliff für den MdS 2017

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Wieder sitzt er in den engen Stuhlreihen. Wieder höher, als je ein Mensch klettern kann und wieder wird er verdammt lange Zeit haben, seinem favorisierten Hobby zu frönen.

Das Nagetier fliegt ins finale Trainingslager für das Highlight, was nach dem letzten und nach dem vorletzten und überhaupt kommt.

Die Rede ist von der Vorbereitung auf den „Marathon des Sables“.

Einem Mehrtages-Etappenlauf durch Teile der Sahara Marokkos. Alle Läufer haben sich lange vor dem Start angemeldet, das Budget eines Familienurlaubes, eines besonders guten, investiert um 10 Tage lang, völlig auf sich allein gestellt mit 1200 anderen Läufern aus der ganzen Welt unterwegs zu sein. Sie schlafen in offenen 8-Personen-Zelten in der Wüste. Morgens ums 6 Uhr wird die Behausung abgebaut, um an entfernter Stelle neu errichtet zu werden. Bis die Läufer dort eintreffen werden sie sich etwas zu Essen kochen, sich den Schlaf aus den Augen reiben und die Habseeligkeiten, die sie für die 10 Tage brauchen, in Rucksäcke gepackt haben. Diese werden sie auf Ihren Rücken nehmen und jeden Tag um neun Uhr bei bis zu 40 Grad Celsius, so die optimistischen Aussichten, zum neuen Zeltplatz verbringen. Dorthin zu laufen, zu wandern, zu kriechen, zu finishen. Unterwegs werden sie alle 15 km 1,5 Liter Wasser erhalten und ein paar Salztabletten. Hoffentlich enthält der Wochenrucksack die Wunschleckereien auch für den tagesgestaltenden Lauf. Auch eine Nachtetappe wird die Läufer 2 Tage beschäftigen. Ultra tut gut. Und meistens weh, so dabei. Aber … Ihr kennt es.

Haben sie dann nach Stunden das Ziel erreicht werden wiederum 3 Wasserflaschen gereicht, mit denen der Abend und der nächste Morgen gestaltet werden kann. Brauchst Du mehr, bekommst Du Strafpunkte. Brauchst Du zweimal mehr, darfst Du nach Hause fahren. Thats Marathon des Sables. Was es zu Essen und zu trinken geben wird, hat sich jeder Läufer vorher zuhause überlegt und in kleinen Tagesportionen in den Rucksack, den er am Abend (endlich) nicht mehr auf dem Rücken haben muss, gepackt. Ein Kocher wird aus dem Reisegepäck gekramt und in Gang gesetzt. Fertignahrung heißt das Angebot des Abends. Und wenn die Dunkelheit herein bricht … werden 1200 Wüstenläufer ihrer Schlafsäcke auf den „Teppichen“ im Berberzelt ausbreiten und hoffen, schlafen zu können. Möglichst wenig Steine unter dem Teppich zu haben und morgens sollten die Wunden des Vortages weniger Schmerzen. Die aufgequollenen Füße passen hoffentlich noch in die Schuhe?

Run-Wüstenfeeling-Eat-Wüstenfeeling-Repeat

… So das Motto der internationalen Verrücktheit in der marrokanischen Wüste. Und am Ende wird eine unvergessliche Woche hinter allen Läufern liegen. Erinnerungen, die ich momentan noch nicht greifen, sie mir aber bereits vorstellen kann. Die meisten werden den Lauf mit einer Medaille krönen. Diese Medaille möchte ich. Das finish. Jeden Meter gelaufen sein in dieser einzigartigen Landschaft.

Die Gedanken daran, mehr Vorstellung als realistisch als ich im Dezember 2015 auf den Anmeldebutton des „32. Marathon des Sables 2017″ klickte. Immer noch zweifelnd, als ich die erste (vorerst noch schmerzhafte) Rate an den Veranstalter überwies. Damals.

Und dann kommt irgendwann der Zeitpunkt, wo Du Zeit brauchst, Zeit, dieses Rennen vorzubereiten. Ich hätte nicht vermutet, dass es so viel Zeit kostet. Material sichten, recherchieren, testen. Verpflegung zusammenstellen, testen. Drei- bis Viertausend Kilokalorien sollten es für den gefräßigen Trailrunner schon sein. Das ist schwieriger als man glaubt, denn es gibt keine Option. Dann esse ich auswärts gibt es in der Wüste nicht. Was du in der Vorbereitung nicht bedacht hast, das merkst Du dann nach einem langen Lauftag oder erst mehreren. Mann ist keine 30 mehr und auch die 40 sind lange vollendet. Da wirst du umsichtiger, in dieser „menschenfeindlichen“ Umgebung.

Wie macht man möglichst wenig Fehler?

Und so reifte die Entscheidung, der finalen Vorbereitung mehr Zeit einzuräumen, als es die „Rundumsorglosläufe“ erfordern. Schnell entstand ein Plan, schnell wurde er geändert. Allmählich entstand dann das Konzept. Jetzt wird es umgesetzt. Es muss besprochen werden. Mit der Familie, mit dem, der dir die Brötchen bezahlt. Der Arbeitgeber gab sein go für ein „paar“ zusätzliche freie Tage.

Nun geht es also auf die Kanarischen Inseln. Die erste Woche werden wir gemeinsam auf unserer Trauminsel La Palma unterwegs sein. Immer wieder toll, wenn der Partner die Zeit mit dir teilen kann. Leider geht das in diesem Jahr noch weniger als sonst, denn auch die UTMB-Anmeldung wurde positiv beschienen und somit ist der zweite (schon zu kurze) Familienurlaub dem Laufhobby geopfert. Das Leben ist nicht planbar, das Läuferleben schon gar nicht, hast Du solche Events auf dem Schirm. Doch ich werde kürzer treten … vorgenommen ist es schon mal. Mann muss mal pausieren im persönlichen Laufzirkus.

Die Laufwoche auf der Isla Bonita ist eine auf sicherem Gebiet. Seit 2003 fahren wir regelmäßig auf die westlichste Insel im Atlantic. Wir kennen uns aus. Die Steine grüßen beim drüber laufen und bleiben auch liegen, wenn der trailrunner mal falsch drauf tritt 😉 Freunde fürs Leben J

Inselhopping heißt die Devise

Am Sonntag nächster Woche werde ich nach Gran Canaria fliegen, um ein wenig Berg ins Bein zu bekommen. Noch mehr, als es La Palma bieten kann?. Anderes … Bein. Ich hoffe, es wird schön warm werden und ich kann ordentlich schwitzen. Das ist es, was ich von den Kanaren erwarte. Am Ende dieser zweiten Woche werde ich die Insel beim Trans Gran Canaria (advanced) überqueren. Nicht ganz so ausführlich, wie noch im letzten Jahr. Ich spare mir die erste Nacht und damit auch den ersten Marathon. 5 Wochen vor MdS verkraftet mein Körper solch eine Anstrengung nicht mehr so ohne Nebenwirkungen. Leider. Also hieß es vernünftig sein und … Erst nach der Erinnerungsmail durch den Veranstalter, dass die Anmeldung nun zu finalisieren ist, habe ich auf die 82-km-Distanz gewechselt. Schwer, aber vernünftig. Hoffe ich?

In der letzten der drei Wochen fliege ich weiter nach Fuerteventura und werde mir das echte Sandwüstenfeeling holen. Sicher kann man es auch auf Gran Canaria tun und die Dünen von Maspalomas zur Spielwiese machen.

Der Nationalpark südlich von Corralejo erscheint mir aber passender. El Jable heißt der Ort aus dem die Wüstenträume erwachsen. Bereits in 2003 haben wir eine Woche dort verbracht. Undenkbar noch, dass ich mal mit 10 kg auf dem Rücken durch die Dünen laufen werde. Ich hoffe, der TGC lässt mir noch ein wenig Power in den Beinen, die 5 Tage auf der Ziegeninsel trainieren zu können. Ein ambitioniertes Laufprogramm? Ich glaube sinnvoll, um das Leiden in der Sahara so gering als möglich, vor allem aber im Griff zu behalten.

Der Reisekoffer ist voller Equipment. Neue Schuhe, Gamaschen, Fertignahrung. Vieles ist schon getestet und gesetzt, fest, einiges muss noch auf eigene Verträglichkeit geprüft und fixiert werden. Dazu braucht es Zeit. Neben dem Lauftraining, das ja eh ansteht und so angelegt sein muss, dass ich im August endlich einmal rund um den Mont Blanc komme. Den „UTMB“ nach dem Abbruch nach 31 Stunden im letzten Jahr finishen. Ein Spiel auf Messers Schneide. Ich möchte es gewinnen. Ich möchte vieles richtigmachen.

Ich werde berichten, von den Wochen auf den Kanaren. Momentan fliegen wir an der Küste Marokkos entlang. Das Kopfkino ist gerade aktiviert … Man liest sich.

Marrakech Marathon 2017

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was bisher geschah gibts hier

Die etwas andere Abendausflügelei

Nur weniger Meter folgte ich dem Fußweg, dann spürte ich Nässe im Gesicht. Ein Blick nach unten offenbarte das Problem. Was kam von oben und war rot in seiner Farbgebung. Schnell war klar. Es hatte nicht nur dramatisch geknallt. Es war offensichtlich auch etwas kaputtgegangen.

Das Basecap vom Kopf ziehend vollendete sich das Gemälde auf dem Fußweg. Zwei Jungs hielten inne und staunten mich mich offenem Mund an. Ein kurzer Griff an die schmerzende Stelle und es war klar. Der Kopf war die sprudelnde Quelle. Schnell war das Sanipack aus dem Trailrucksack geholt. Eine Kompresse beseitigte erste Flecken. Eine zweite stillte die Blutung. Schnell war eine Binde, ziehmlich fachgerecht, wie ich fand, um den Kopf gewickelt. Das Gemälde auf dem Gehsteig vollendet, die Blutung vorerst gestoppt. Vorsorglich war die Laufrunde hier beendet. Nur einem Kilometer vor dem geplanten Ziel, meinem Hotel. Das war knapp.

Rest des Nachmittags verging mit Wunden lecken. Erst am Abend traute ich, den Verband zu lösen und mir das ganze Dilemma im Spiegel anzusehen. Das sah nicht gut aus. Eine 3 cm Wunde klaffte da an der schmerzenden Stelle.

Und sofort gehst Du die Checkliste durch und stellst fest: Eine Versicherung für Hubschrauberrettung in den Bergen hast Du, eine Krankenrücktransportversicherung international auch. Nur einen Auslandskrankenschein, der dich zur Flickstunde im nahegelegenen Hospital berechtigt. Nein, den habe ich nun gerade nicht. Egal. Hilfe musste trotzdem her.

Nebenan war ein Hospital ausgeschildert. Das passte perfekt.

Schnell stand ich an seinem verschlossenen Eingang. Nein, nicht was ich vermutete. Nur zehn Minuten die Straße hinauf würde mir geholfen werden. Hospital? Meine Nachfrage wurde mit Kopfnicken beantwortet. Diese 10 Minuten die Straße hinauf wiederholten sich mehrfach. Nach 45 Minuten stand ich abermals vor einem verschlossenen Tor. Doch der Seiteneingang, über eine Rabatte führend, verschaffte mit Zugang.

Schnell wurde ich mithilfe meines Fotos auf dem IPhone, wusste ich doch nicht, was Platzwunde heißt, zu einem behandelnden Arzt begleitet. Wieder über einen Hof. Es war stock dunkel. Im Gebäude dann endlich Licht. Etwas schummerich? Das qualifizierte Fachpersonal an weißen und blauen Kitteln erkennbar.

Mein IPhone-Photo verschaffte mir Aufmerksamkeit. Eh ich mich versah lag ich auf einer Liege und mir wurde in den Kopf gestochen. Oh Gott, Erst mal Betäubung. Zum Glück. Wo ich hier lag. Ich beschreibe es nicht weiter. Wir sind da sicher etwas verwöhnt. Auf jedem Fall hält es hier auch kein Krankenhauskeim lange aus 😉 Vor der Betäubung die Desinfektion. Alles perfekt. Dann die schnelle Nadel. Der Arzt, ich dachte es wäre der Hausmeister, so erschien er mir im blauen Kittel, machte noch ein IPhone-Foto und zeigte mir das Ergebnis seiner Arbeit. Schnell noch eine heilende Salbe drauf und ein dickes Pflaster. Ich war entlassen. Versicherungsschein? Bezahlung? Mir wurde noch ein Rezept für die Pharmacia aufgeschrieben und dann war ich auch schon über glücklich. Völlig unkompliziert und schnell wurde mir geholfen. Der Gang voller anderer Patienten. Ich kam mir ein bissl komisch vor … bedankte mich bei alle, die mir zu dem Strick im Kopf verholfen hatten und trat hinaus in die Nacht. 45 Minuten später war ich wieder im Hotel. Wahnsinn.

Ich schlief, wie ein Baby. So freute ich mich über die wirklich selbstlose Hilfe! Danke Doktore!

Letzter Lauf in Ouarzazate.!?

Ein Tag verblieb mir noch bis zur Rückreise nach Marrakech. Eine Laufrunde war bereits ersonnen. Doch nach meinem Gang zur Apotheke (das Zeug war wirklich teuer) entschied ich jedoch, die geschüttelte Rübe noch ein wenig zu schonen. Die Medikamente nahm ich übrigens nicht. Nachdem ich das Mittel ergoogled war klar. Wenn ich das Zeug nehme, dann ist der Laufurlaub gelaufen. Und es hat, bisher, keine der vermuteten Infekte gegeben, welche durch das Antibiothikum vernichtet werden sollten.

Der Tag wurde stattdessen mit einer wunderschönen Wanderung um und durch meine Gastgeberstadt verschönt. Ich denke auch, es so richtig gemacht zu haben? Nichts genaues weiß Mann nicht.

Der Tag verging, auch ohne laufend unterwegs zu sein, wie im Fluge. Samstag hieß es, wieder nach Marrakech zurück zu kehren. Der Busbahnhof schnell gefunden, nur 800 m trennte mein Schlaflager vom Startpunkt der 4 Stunden Reise zurück in die quirlige Metropole. Wieder ging es über den Hohen Atlas. Das Wetter ein Traum. Strahlender Sonnenschein begleitete uns auf dem gesamten Weg. Und auch am Haltepunkt, auf 1700 Meter gelegen, war ein Spaziergang ohne Mütze und Kapuze möglich.

Die letzte Stunde kann man beruhigt verschlafen. Doch Müdigkeit verspürte ich heute nicht. Vielmehr bereitete ich mich auf die Wanderung zur Startnummernausgabe für den Marathon am Sonntag vor. Ich hatte mit den Track auf die Fenix geladen und fand so alles zielstrebig und schnell. Mann lernt dazu.

Der nachfolgende Track, die Messe war schnell abgehandelt, führte mich zu meinem neuen (alten) „Riad“. Wir kannten uns und die Wiedersehensfreude war den Vermietern ins Gesicht geschrieben. Ich erhielt ein „neues“, nicht minder traumhaftes Zimmer.

Wieder war ein Abend hereingebrochen. Nein, gelaufen wurde auch heute nicht. Pause für die Rübe. Stattdessen rein in das quirlige Leben der Kasbah und Medina Marrakechs.

Marrakech-Marathon

Der Sonntag begann etwas anders, als Sonntage so beginnen. Um sechs Uhr hatte ich das Frühstück geordert, sollte doch bereits um acht Uhr der Marathonstart erfolgen. Und es wurde wieder aufgetafelt, dass der Tisch krachte. Und noch ein Teller und noch ein Schüsselchen. Es war einfach der Wahnsinn. Ich hätte eine 4 köpfige Familie satt bekommen mit den, was da den Tisch überfüllte.

Gegen 7 starte ich den „Riad-to-Maratonstart-Track“. Knapp 2 Kilometer waren es bis zum angenommenen Start. Noch bevor ich das Areal erreichte, ging die Sonne auf. Es war ein Traum. Das Starterfeld recht übersichtlich. Laut Ergebnisliste um die 850 Starter (Männlich wie Weiblein). Die Temperaturen angenehm. Kurzes Beinkleid aber Armlinge waren keine falsche Wahl. Die Windjacke verschwand im Laufrucksack. Der kleine CEP ist nie verkehrt und merklich sowieso nicht.

Pünktlich um 8:03 Uhr setzte sich das Feld in Bewegung. Einen Startschuss vernahm ich nicht. Wahrscheinlich im Geschnatter unter gegangen. Dreihundert Meter hinter dem offiziellen Startpunkt startete ich dann auch meine Uhr. Immer wieder blickte ich auf den Boden nach einer Antenne, die den Beginn der elektronischen Zeitmessung markiert. Gab es wohl nicht. Also drückte ich dann mal, nachdem der letzte Start-, Zielbogen passiert. Wie Mann nun weiß, wird die Antenne in Marokko und sicher nicht nur hier, über den Köpfen positioniert. Nach der ersten Durchgangszeit wusste ich es dann auch. Citymarathons sind wohl nicht meins 😉

Schnell war die pace gefunden. Nein, ich hatte keine Ahnung, wo mein Wohlfühltempo auf der Straße liegt. Laufe ja selten genug auf Asphalt und schon gar nicht solche Distanzen. Es fühlte sich gut an, die Atmung vermutete Stillstand. Also gut. Zwischen 5:35 und 5:45 min/km war mir eigentlich viel zu schnell. Doch der Check des körperlichen Messwerte sagte. „Mach weiter so und warte auf den Einbruch“. Jeder km wurde gespeichert. Sehr oft sah ich diese „Wohlfühlpace“. Als ich nach 10 Kilometern erstmals die Gesamtzeit checkte zog ich die Augenbrauen hoch. O.k. Läuft also. Und es war kein Vorratslaufen. Konstanz war angesagt. Ich konnte es noch, abseits der Trails.

Nach 15 Kilometern, das Marathonfeld hatte endlose, langweilige Straßen absolviert, trafen wir mit den Halbmarathonis zusammen. Die pace erfahrungsgemäß dann etwas höher, da man sich an den „falschen“ Personen orientiert. Eine 5:13 min/km habe ich noch in Erinnerung. Es dauerte einige Kilometerabschnitte, bis ich wieder auf 5:3x-er Kurs unterwegs war. Mittlerweile war die Halbdistanz erreicht. Die Sonne hatte noch den Standort erreicht, wo sie etwas Druck aufbauen konnte. Alle 5 km gab es was zu trinken. Kleine 0,25l Flaschen wurden gereicht und standen auf Tischen bereit. Sehr, sehr praktisch. Eine verschwand vorsorglich im Trinkrucksack (Trinkweste). Verdursten konnte also keiner. Die schönste Passage der ganzen Straßenrennerei sollte durch einen Palmenhain führen. Zumindest streiften wir ihn. Nicht nur Kamele (oder Dromedare) unter den Palmen auch auf der Straße waren einige unterwegs. In Autos und auf Motorbikes. Absperrungen galten für diese Zeitgenossen nicht. Wir haben überlebt. Trotzdem natürlich immer ein wenig … gewöhnungsbedürftig.

Irgendwann wird km 30 erreicht. Ich war immer noch „viel zu schnell“ unterwegs, fühlte mich aber gut dabei. Das Speiseangebot etwas zu afrikanisch für mich. Also waren die mitgeführten Gele, die ich tapfer nach Plan entleerte, nicht nutzlos mitgeschleppt. Endlich wurde mein Mentalpunkt erreicht. Die Zielgerade, die bei km 32 beginnt und 500 m vor dem Ziel endete. Immer den langen Boulevard „Mohamed was weiß ich“ entlang. Marginal ansteigend. Hier stirbt man, wenn man nicht drauf eingestellt ist. Ich war es und wusste. Nach 42 ist Schluss. Das ist nix dicket. Das rennt Mann im Training (Mental kann ich 😉 , immer öfter).

Ein (zweiter) Laufzeitvergleich bei km 32 sagte, dass ich jetzt ein lockeres 6 min/km Tempo joggen kann, um noch unter 4 Stunden rein zu kommen. Was ich nicht wusste, wie weit hinter der offiziellen Startlinie hatte ich die Fenix gedrückt? 500 m bedeuten 3 min. Das ist nicht wenig. Der 32. Km ging nach 2:56 Stunden durch. Genügend Zeit. Der Ehrgeiz war dann angestachelt, Die Vier Stunde, ebenso wie die 3 sind dann schon eine gern bezwungene Grenze im Straßenmarathon. Glaube ich … Ich pendelte mich bei einer 5:45-er pace ein. Völlig ausreichend für das langweilige Asphaltstück. Schön ist wirklich anders und ich hatte die Streckenwahl auch anderes, näher am wunderschönen Marrakech gelegen, vermutet. So war es nun nicht und so wurde er eben heruntergelaufen. Ohne Spaß zum Schluß. Take it easy.

Als ich 10 Kilometer später in die finale Zielgasse einbog, die Rennuhr erstmals sah, kam dann doch noch die unvermutete Hektik auf. Die Zwiebel zeigte 3:59:25h und der Weg war noch weit. Das Ziel gaaaanz hinten auszumachen. Ich musste hochschalten und das tat ich dann auch. Zielbogen nach Zielbogen nach Zielbogen … wurden durchquert, ehe ich endlich das bereits von weitem sichtbare „Arrive“ durchlief. 4:00:25 Stunden oder sowas zeigte die Uhr.

Ich war zufrieden mit mir. Wie die exakte Rennzeit war, war mir eigentlich jetzt egal. Es lief auch nach einer guten Trainingswoche in der Steinwüste recht fluffig. Zielsprint war auch o.k. Mehr war nicht zu erwarten.

Nachdem ich im Zielbereich abgechillt, was ich ja zu gern mache, trat ich den Heimweg zum „Riad“ an. Die Sonne strahlte noch stärker, als der kleine Asphaltcowboy.

Es sollte am Ende eine 3:59:xx in der Ergebnisliste stehen. Wer sagts denn. Geht doch 😉

Und dann ist es schon wieder vorbei

Der Abend gehörte wieder der atemberaubenden Stadt. Noch einmal besuchte ich die „Highlight“ dieser einzigartige Metropole. Wenn der Marathon mich schon nicht dorthin führt … Ich versank über den Dächern der Stadt und gönnte mir zum Abschluss meiner Afrikareise mal ein richtig gutes Abendessen. Belohnung ist wichtg 😉 Glaube ich J

Und dann war er auch schon da, der Abreisetag. Ich verabschiedete mich, nach maßlosem Frühstück, wie es im „Riad Berta“ üblich ist, von meinen Gastgebern. Nicht ohne noch mit dem Angestellten und Chef de Frühstücksbüffet über den Hohen Atlas und den Marathon des Sables zu sprechen. Er wohnt im Hohen Atlas, in einem kleinen Bergdorf, wo auch jetzt noch sehr viel Schnee liegt, so sagte er. Und sein Traum ist es, einmal durch die Wüste zu laufen. Aber er braucht erst noch ein paar Schuhe. Er zeigte mir seine „Alltagsschuhe“. Ich schüttelte den Kopf. Mit diesen geht es nicht. Er erzählte wie ein kleiner Wasserfall. Unglaublich, wen man so trifft. Die Läuferwelt ist eine große, internationale Gemeinschaft …

Den Weg zum Flughafen legte ich heute im Taxi zurück. Knapp 7 Euro für die 8 km waren mehr als fair. Tschüss Marokko. Halb zwei hob ich in Richtung Madrid ab. Es war eine tolle Zeit, gaaanz anders, als erwartet. Wunderschön, herrliche Trails. Super freundliche Menschen. Ich bin begeistert und kann das Land nur empfehlen. Und Kopf zusammennähen, beherrschen sie auch. Danke für die tolle Zeit bei Euch.

 

10 Tage auf dem Afrikanischen Kontinent oder Marrakech Marathon mit Trailrunningprogramm

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Da sitzt er wieder. Im Flieger nach Hause. Einige Tage nur werden es sein, bis es wieder losgeht. In das bekannte, vertraute. Dorthin, wo alles seine Ordnung hat. Welche Ordnung aber ist die richtige?

Diese, meine im abklingen befindliche Laufreise auf den afrikanischen Kontinent hat viele neue Fragen gestellt. Es war alles so anders, so ungewohnt und doch so faszinierend, wie ich es mir nicht hätte träumen lassen.

Willkommen in einer anderen Welt …

So empfand ich es nach meiner Landung auf dem niegelnagelneuen Flughafen in Marrakech Menara, wie der Stadtteil heißt, der dieses Prunkstück beherbergt. So hatte ich es in Erinnerung. Im Magreb wird viel Wert auf Repräsentation nach außen, Sauberkeit im öffentlichen Raum und heile Welt gelegt. Ich wollte doch übers laufen schreiben?

Es geht in solch einem Land nicht mehr nur ums laufen. Hier steht die unsere heile Welt ein bisschen auf dem Kopf. Arm und reich, Wohlhabend oder daran glaubend (woher will ich das wissen?), hoffend, sich danach sehnend und doch wird es nie erfüllt werden können. Aber alle sind freundlich, höflich, man sagt wohl neudeutsch geschäftstüchtig … liebenswert.

Beginnend beim Officer, der dir (hoffentlich) den Einreisestempel gibt. „Ja, ich war bereits in Agadir.“ So beantwortete ich die erste Frage, die mir ein Marokkaner stellte. Also mit der IT ist offensichtlich alles in Ordnung. Es liegt übrigens über 20 Jahre zurück, da schrieb man hier noch in lange Listen.

Ich verließ das Flughafengebäude und traute meinen Augen kaum. Pfützen, über die ich meinen Koffer tragen musste und wolkenverhangener Himmel. Was war hier los. Ich bin doch in Afrika. Sommer, Sonne, Sonnenbrand? Nix mit Sonne. Erstmals erfreut, dann doch die Daune mitgenommen zu haben. Geschäftstüchtige Taxieinweiser bestimmten das Bild auf dem Vorplatz. Ich flüchtete mich in einen Linienbus, buchte ein Ticket ins Zentrum der Stadt. 3 MDH oder sowas. Also grob gerechnet 30 cent. Ich war sicher. Bus kannte ich, sitzen, Eingewöhnung, den (Wetter)schock verarbeiten.

Im Zentrum der Stadt verließ ich den Bus, dort, wo alle ausstiegen. Ich hatte einen Stadtplan ausgedruckt, den mein „Riad“ und den Weg dorthin vom aeroporto zeigte. Ok. Straßennamen sind cool, aber nur auf dem Ausdruck nutzlos. Nach alter Ultralrunningmanier lief ich erst mal los. Rein in einen souk (Einheimischenmarkt). Perfekte Idee. Über die Pfützen und den „Schlamm“ der hier dominierte, trug ich meinen Koffer. Diese Rollen waren für dieses schwere Gelände nichts. Ich irrte förmlich umher. Die mich ansprachen kannten das Wort „Riad“ genau. Ob sie meines kannten eher zweifelhaft. Zumindest meinen Koffer hätten sie in einen Vehicel transportiert. Wohin auch immer, egal. 20 Dirham hätte es immer gekostet. So kannte ich Marokko.

Zeit, die norddeutsche Gesprächigkeit und Reaktion hervorzuholen. Jaaa. Das geht gut. Keiner wollte mit mir zu tun haben, wenn ich es nicht wollte. Ignorieren konnte ich perfekt. Musst Du, keine Frage. Nach über einer Stunde der Wegsuche gab ich auf. Trotz Kompass meiner Fenix und Engelsgeduld. „Riad“ ist hier die vorherrschende Ausschilderung. Aber ich musste dicht dran sein, an meiner Bleibe für die kommenden zwei Nächte. Ein kleiner Junge, schon mal englisch sprechend versprach mich zu führen. Ich willigte ein. Ignorieren war nicht mehr zielführend. Einiger seiner Schlepperkollegen zu Hilfe nehmend stand ich endlich vor dieser Tür, die mein Bett verbargt.

Etwas unklever, aus Fehlern lernt man, versorgte ich die mittlerweile 4 Jungs mit Dirham für den Rest des Wochenendes. 😉 Aber ich war da. Zwei Stunden nach Verlassen des Flughafens war ich am Ziel.

Das „Riad“ ein Traum. Sauber, warm, ordentlich und sehr nette Gastgeber. Der Preis entsprach dem, was „booking“ auswies. Es gab sogar eine Rechnung. Ein bissl belesen hatte ich mich ja, wie teils getrickst und geschäftstüchtelt wurde.

Nun aber wirklich zurück zum laufen …

Es wird endlich gelaufen und es wird endlich „Sommer“

Ich musste noch einmal auf die Piste, musste laufen, egal wohin. Einen Track hatte ich nicht auf der Uhr. War mir aber auch relativ egal. Ich wusste jetzt, wohin ich zurückkehren soll. Der Rest würde sich ergeben. Als ich die „finsteren Mauern“ verließ erblickte ich sie, ihn. Den großen gelben Ball. Sie war zurück, sie hatte sich besonnen. Die Sonne war da und das sollte sich die verbleibenden Tage nicht mehr ändern. Von morgens bis abends Sonne. So hatte ich es mir vorgestellt.

Auf einer kleinen Runde erkundete ich die nähere Umgebung der Kasbah. Lange, ausgedehnte 2-4 spurige Straßen dominierten den Anfangsweg, den ich Richtung Süden nahm. Immer den Hohen Atlas im Blick. Eine Augenweide, die schneebedeckten Gipfel des über 4000 m hohen Gebirges zu sehen. Hatte ich die Mauern der Kasbah im Blick, würde ich auf der sicheren Seite der Orientierung sein. Der kleine schwarze Wurm auf dem Bildschirm der Fenix vermittelte Sicherheit. Irgendwann tauchte ich in die Medine Marrakechs ein und da hilft Dir auch kein schwarzer Wurm mehr. Ich ließ mich drauf ein. Die Himmelsrichtung konnte ich durch den gelben Ball immer ganz gut ausmachen. Vieles erkannte ich wieder. Orte, die ich 1,5 Stundenlang mit meinem blauen Köfferchen und dem grünen Cabinbag inspiziert hatte. Ich fühlte mich gut, ich lief, die Sonne kitzelte mir die Nase. Nur laufen, laufen ist das, was zählt und ich lief und fühlte mich so gut, wie selten nicht mehr.

Erreichte das „Riad“, das mir meine Heimat bis zum Montag werden sollte. Rachid (welch ein Namensvetter) zockte gleich erst mal die Übernachtungspauschale. Besser ist es, wenn so ein Läufer erst mal ans laufen kommt, ist er weg 😉

Der Rest des Abends verging, wie er verging. Streckenplanung für den Folgetag. Aufs blaue wollte ich 3-4 Stunden Rucksacklaufen nicht erleben müssen. Die Streckenauswahl auf gpsies doch recht dürftig. Also wurde die nächst gelegene Erhebung in der Nähe auserkoren und als Tagesziel benannt. Klappt meistens immer und so auch hier. Irgendwann hört auch die Bebauung auf und die Strichellinien werden dünner, die ein schlauer Kopf in die digitale Karte gezeichnet hat.

Rucksack packen, schnell noch eine Fertignahrung geköchelt und da war er auch schon Geschichte. Mein erster Tag in Afrika in diesem Jahrtausend.

Große Runde in und um Marrakech

Der Morgen erwachte viel zu früh. Schnell gefrühstückt. Doch was war das. Alles für mich? Ein ganzer Tisch voll und noch wurde nachgeladen. Das leckere Zeug aus der Pfanne fehlte ja noch. Das hat die Welt noch nicht gesehen, was hier aufgetafelt wurde. Zu schade, etwas übrig zu lassen. Aber, sorry, soviel kann kein Mensch essen. Nach dem Frühstück Sonne tanken auf der Sonnenterasse des Hauses und dann ging es auch schon los. Der große Lauf durch die noch größere Stadt. Ein Moloch von Metropole. Es war alles dabei in diesen 3 Stunden, die man sich wünschen kann. Zuviel Asphalt vielleicht, aber dafür ist die Stadt einfach zu riesig um im Zentrum und gleichzeitig trailnah zu hausen. Nach einer knappen dreiviertel Stunde die erste Erhebung mitten in der Stadt, die natürlich erst einmal erklommen werden musste. Von hier oben wurde das ganze Ausmaß dieses Häusermeeres deutlich. Und skyscraper gab es hier keine. Es war gigantisch. Auch mein Umkehrpunkt war zu erkennen. Irgendwo hinter einem riesigen Gebiet voller Palmen. Dieses erreichte ich nach ewigem run, vorbei an den Armenvierteln der Stadt. Ein Zaun stoppte meinen Weg. Überklettern? Unmöglich. Ein netter Zeitgenosse schien meine Gedanken lesen zu können und öffnete an unerkennbarer Stelle die Barriere. Lächelnd, wie es alle Marrokaner perfekt beherrschen.

Ich bedankte mich höflich und dran ein in die Viertel, wo die Armen der Armen zu Hause sind. Ich fühlte mich schlecht in meinem Hightech Zwirn. Richtig schlecht. Ein paar Fotos musste ich machen. Immer dann. wenn ich glaubte, nicht beobachtet zu werden. Was Mann so glaubt. Das war bitter, was ich da sah. Trotzdem streckte sich mir Kinderhände entgegen, als ich versuchte, die Feuchtgebiete zu umlaufen. An die dürftigen Hütten schloss sich ein Wald voller Palmen an. Immer wieder von kleineren oder größeren Resten der Zivilisation gestört. Bis nichts mehr störte. Ich hatte meinen Umkehrpunkt erreicht. Der Fluss bestand nur aus Bett. Man hätte also noch weiterlaufen können. Doch es war genug fürs erste. Der Rückweg würde eh länger werden. Ich ahnte es bereits. Ein paar Fotos mussten wieder sein. Wann werde ich je wieder hierher zurückkehren können. Die Straßen befestigten sich wieder. Verputzte Häuser wichen den Lehmhütten und unvollkommenen Gebäuden. Erste Verkaufsöffnungen, aus einem Raum bestehend, tauchten auf. Dann war ich wieder drin. Drin in dieser quirligen Stadt, die mehr Mofas und Motorräder hat als Bäume.

War ich gerade noch an bewachten Wohnsiedlungen erreichte ich zwei Straßen weiter einen Wochenmarkt der weniger Betuchten. War das quirlig und toll. Es gab kaum ein Durchkommen. Alles, was verkaufbar erschien, lag auf Tüchern ausgebreitet auf dem Boden.

Ich musste weiter. Es ging nur langsam voran. Ein Berg, mein Berg. Doch leider nicht belaufbar, wie geplant. Ein Militärobjekt, mal wieder, nahm mir den Trail. Irgendeinen Weg gibt es immer, also hinauf und irgendwie drum herum. Gut, wer einen Zieltrack auf der Uhr hat. Plötzlich fand ich mich wieder in einer Siedlung aus Lehmhütten wieder. Die Wege kaum auszumachen. Anfangs folgte ich den dicken Stromleitungen. Doch anders als ich, konnten diese Mauern überqueren. Es war abenteuerlich, es war spannend und aufregend. Irgendwann wieder diese Vorzeigestraßen, diese geputzten Wege. Diese bewachten Wohnsiedlungen. Der 9 km lange Vorzeigeboulevard. Dem folgte ich eine paar hunderte Meter, um anschließend durch eine Gartenstadt zu laufen. Überall wehte auch hier das schwarze, fehlende Müllkonzept an den Erhebungen. Plastikmüll gibt es ohne Ende.

Keine viertel Stunde später erreichte ich meinen Startpunkt. Zielsicher steuerte ich meine „Riad“ an. Ich kannte mich aus, im näheren Umfeld meiner Behausung … J

 Ab an den Rand der Wüste

Der Morgen erwachte zeitiger, als mir lieb sein konnte. Immer noch nicht hatte ich den Abfahrtspunkt meines Busses nach Ouarzazate ermitteln können. Es war, wie verhext. Die website gab nicht viel her. Ich hatte ein Schild gesehen, nahe dem Opernplatz. Aber war es das. Es gab auch einen Hauptbahnhof für Busse, wo in aller Herren landesteile gereist wurde. Ich musste erst einmal dort hin aufbrechen. Nach dem (wieder viel zu) üppigen Frühstück machte ich mich mit meinem Kleiderschrank auf Rollen auf den Weg. Man kann auch ein Taxi nehmen. Aber ich hatte ja Zeit und Muße, aufzusaugen. Die Düfte der Medine zu schnuppern. Es ist ein unvergessliches Erlebnis.

Klar war ich falsch an diesem Abfahrtspunkt der „CTM“-Line. Schnell konnte mir der chef de Verkaufsbüro den Weg in der beeindruckenden Zeichensprache auf meinen lächerlichen Ausdruck meier Onlinebuchung schreiben. Einer dieser immer präsenten Taxifahrer nannte 44 MDH für den 3 km langen Weg und wir wurden handelseinig. Nacheinmal 3 km in 20 min hätte ich nicht geschafft, nicht mit dem Gepäck …

Alles verlief dann wie ein Länderspiel. Gepäck abgeben. 5 MDH Transportgebühr dafür berappen (also 50 cent) und auf den vorreservierten Platz im Bus hüpfen.

Geht doch, wenn maan weiß, wie es geht. Bis heute ist mir unverständlich, wie man sich in einem Land zurecht finden kann, wo kaum jemand englich aber jeder französisch spricht und matürlich die Landessprache. Geht irgendwie, verrückt eben.

Ich war hundemüde. Verschlief die ersten 2 Stunden im Bus, genoss den verschneiten Hohen Atlas und wurde erst nach 3 Stunden so richtig wieder wach, als wieder den kleinen Ort ganz oben (1700 m üNN) erreichten, wo offensichtlich immer pausiert wird. Es war schweinekalt hier oben., Die Daune das einzig vernünftige Kleidungsstück für einen sonnenhungrigen Mitteleuropäer. Funf mal Hupen und kanpp 30 min später ging es weiter. Weiter in Richtung Ouarzazate. Meinem Ziel. Wir durchquerte wirklich Landschaft. Beeindruckend, was die Natur hier geschaffen hat. Immer wieder ein kleines Dorf oder Stadt. Das Leben muss hart sein hier draußen. An Schlaf bei den Aussichten nicht mehr zu denken. Das Wetter hatte mittlerweile von tiefhängenden Wolken im Hohen Atlas zu stahlblauem Himmel gewechselt.

Ouarzazate war bereits von weitem zu erkennen. Sooo viele Häuser mussten sein, um die 75000 Einwohner unter zu bekommen. Kein Gebäude höher als 3 Stockwerke. Ein Filstudio wurde passiert. Tankstalle, an Tankstelle und wieder Tankstelle? Was war hier los? Irgendwann nahm die Häuserdichte sichtlich zu, ich war angekommen. Das Depot der „CTM“- Buslinie unverkennbar im Zentrum der Stadt.

Wie sollte ich weiter kommen. Weiter ins 8 km entfernte Ecolodge Richtung Süden? Ich hatte keinen Plan. Brauchte ich auch nicht. Ich brachte nur einen Taxifahrer. Den Hotelnamen auf dem IPhone und Mustafa wusste Bescheid. Schnell war auch der Preis ausgehandelt. 10 € hielt ich für mehr als angemessen. Leben und leben lassen …

Im end of nowhere

Da Stand ich nun. Die Asphaltstraße endete bereits 3 km vor dem „Hotel“. Eine Schotterpiste musste für die letzten Häuser eines kleinen Ortes reichen und die Lodge im Nicht am Runde eines Stausees errichtet, von einer unüberwindbaren Mauer umgeben. Man erwartete mich bereits. Die Tür ging auf, als der kleine, betagte Renault vors Gehöft fuhr. Die Lage ein Traum. Aber war ich auf den Rest des Traumes vorbereitet?

Einer der guten Geister des Hauses führte mich in mein Anweisen. Familiezimmer das den Namen wirklich verdiente. Oh, er hatte das Licht bereits eingeschaltet? Ja, er hatte. Mein Blick scannte die Wände, kein Splitgerät, keine Elktroheizung. Ich hatte von der fehlenden Klimatisierung gelesen? Hatte mir gedacht, dass ich die wohl im Januar nicht brache. Brauchte ich auch nicht. Doch im Gebäude waren 10 Grad. Außerhalb 12 und es wehte eine norddeutsche steife Brise. Das war hart. Zu hart?

Ich musste erst mal laufen gehen. Dabei kommt man auf andere Gedanken. Also schnell die langen Laufsachen an, winddichte Laufjacke an und einfach los laufen. Egal, der nächste Weg ist der meine. Ich lief hinunter an den See. Folgte seinem Weglosen Verlauf. Saugte die Landschaft auf und versuchte, meine Gedanken zu sortieren. Das war hart, was ich mir da zugemutet hatte. Die Wetterprognosen sahen Temperaturen zwischen -1 und 14 Grad vor. Ich deutete die -1 für die Nacht 😉 Nach einer dreiviertel Stunden hatte ich die nähere Umgebung abgegrast. Das Duschwasser kam vom solarbeheizten Boiler auf dem Dach meiner Doppelhaushälfte. Schon mal warm. Das machte Mut.

Meine Sachen breitete ich auf dem mit Teppichen ausgelegten Kinderzimmer aus. Begehbarer Kleiderschrank war also auch da. Den Rest des steineren Fußbodens belegte ich mit den Läufern, die sich im Appartement befanden. Fußschnupfen war hiermit erst mal ausgeschlossen.

Essen sollte es irgendwann im Restaurant geben. O.K. Eine Heizung erwartete ich auch hier nicht. Und lag völlig richtig. WLAN sollte es geben. Nein, nicht im Haupthaus/ Restaurant/ Gemeinschaftsraum. Es gab ja noch das Berberzelt aus Kaffeesäcken. Herrlich ausgestaltet, keine Frage, doch bei 6 Grad, die mittlerweile die Fenix zeigte, auch nicht so der burner.

Nach dem Essen also gleich unter die 4 Decken meines Riesenschlafmöbels verkrochen. Ein paar Minuten gab es auch einen gasbetriebenen Heißlüfter. Lüfter aus, Wärme weg. 😉 Also hieß es schnell einschlafen. Es war bereits seit 19 Uhr Rabennacht und die Ausflugsmöglichkeiten eh begrenzt. Morgen wird irgendwann die Sonne für Wärme sorgen und den Wind kannst Du auch behalten, Erg.

Ich hatte alle Fensterläden verschlossen, es war dunkel wie in ner Höhle und so wurde ich auch zur gestellten Notaufstehzeit wach. Gerade rechtzeitig zum Sonnaufgang. Das Thermofon hatte es bereits auf 7 grad Celsius geschafft und es konnte nur besser werden. Stahlblauer Himmel war schon mal ein hervorragender Tagesstart. Das Frühstück eher dürftig, als ausreichend. Mann isst eh zu viel. Nach ein paar Ausflügeleien innerhalb der „verbotenen Stadt“ hieß es Route planen unterm Berberzelt. Alter, Falter was tat ich hier. Zum Glück hatte ich zuhause schon ein wenig vorgearbeitet und mir zwei Route erarbeitet. So musste ich lediglich den Stadtpunkt von Ouarzazate ins endofnowhre verschieben.

Das klappte dann recht zügig mit zittrigen Händen 😉 Ich halte durch hatte ich mir geschworen. 12 Stunden von 120 geplanten hatte ich ja schon geschafft. Härte zeigen hieß das Tagesmotto. Mann, hatte ich mich wettertechnisch verkalkuliert. (kann, muss aber nicht passieren) Nun ist man schlauer.

Nachdem ich den Morgen mit 3 Schichten in der Bein- und 5 in der Oberkörperregion verbracht, denn auch im Haus war ja keine Öfchen, das auf mich wartete. Ich zog flott die zweischichtige Laufausrüstung über und folgte dem Track auf meiner Uhr

Ich war in die Steinwüste unterwegs

Und es wurde wunderschön. Nach einem Kilometer verließ ich bereits den geplanten Track und folgte den Spuren der Bauern. Rannte durch die Felder, an kleinen Wasserrinnen (madeiralike) entlang, folgte den Wegen der Eselkarren. Immer die großartige Bergwert von Hohem- und Anti Atlas im Blick. Die Laufwelt war in Ordung. Auf meinen Rücken hatte ich mir 4 kg aufgeladen. Ich wollte es nicht übertreiben …

Immer wieder querte ich kleinere Orte, Häuseransammlungen eher. Bis ich im nichts war. Nur noch Steine und Geröll und auch keine Wege. Ich lief, wenn ich laufen konnte und ich marschierte, wenn mir die Luft weg blieb. Immer wieder scannte ich die Landschaft und suchte nach dem idealen Trail. Mann hätte endlos ins Nichts laufen können. Und es war hügelig, was ich auch so nicht erwartet hätte. Immer wieder musste ich auf meine Track zurück kehren, wollte ich die Orientierung nicht verlieren. Der Umkehrpunkt erreicht und weiter nach Süden … Abgesperrtes Gelände. Hier draußen. Militär oder ein Regierungsanwesen? Nur ein Zaun und viel fliegendes Plasstik, wie sich beim näher kommen hersaus stellte. Ich hatte mich durch eine riesige Mülldeponie geplant. Das kommt davon, wenn man die msarkanten erhebungen weblos miteinander verbindet, unterm heimischen Berberzelt 😉 Ich umlief das Areal weitläufig. Einige Sammler hatten sich hier kleine Blechhütten gebaut, kam 5 Quadratmeter groß, in denen sie offrnsichtlich hausten. Traurig. Frauen, die Eseln mit Müll beladen hatten, denen sie noch einen Verwendung schenken wollten, außer hier zu verrotten. Auch sie schenketen mir ein Lächeln, als ich an Ihnen vorbei lief.

Mein Weg wurde wegloser. Ich erreichte eine kleine Bergkette. Musste mir den Weg mühsam ersteigen. Immer wieder ein paar laufbare Trails. Dochalles loses Gestein und Geröll. Aufmerksamkeit oberste Maxime. Pause auf dem höchsten Punkt meines Ausfluges. Ich konnte bis in die Sahara gucken 😉 Erkannte meine Heimat auf Zeit, den Anti Atlas. Den angeblich grö0ßten Solarpark der Welt, der sich in Ouarzazate befinden soll. Beoachtete die Frauen mit Ihren Eseln auf dem Weg ins Tal. Ich hätte hier Stunden verweilen können. Eine halbe war es wohl, in der ich diese einmalige Landschaft aufsog. Weiter, immer weiter ins Tal lief ich hinab.

Ich befand mich wieder auf dem geplanten Pfad. Sieht man von der Anhöhe noch jeden Weg bist du im Tal an jeder Weggabelung verloren ohne entsprechendes Kartenmaterial. Ich erreichte einen kleine Häuseransammlung mit … Supermarkt. Also diese Einraumverkaufsstellen, wo es alles nund nichts gibt. Ich beschwerte meinen Rucksack mit 2 Wasserflaschen und einer Cola. Eine Dose gönnte ich mir sofort … Hoffentlich war es nicht mehr so weit bis „nach Hause“ die zusätzlichen 4 kg auf dem Rücken waren merklich.

Nein, es war nicht mehr weite. Eine viertel Stunde später konnte ich bereits den See wieder sehen. Meine Lodge unweit davon. Und das warme Dusche der Traum des Tages.

Der Abend verlief in üblicher Manier. Warm, sehr warm anziehen. Abendessen. Schlafen. Ein bissl lesen noch. Zu wenig Licht spendeten Die Energiezuvielsparlampen in meiner Doppelhaushälfte.

Tag drei in der Lodge,Lauf drei in und um Ouarzazate

Der Morgen begann etwas später als noch Tags zuvor. Die Temperaturen dann bereits 2-stellig und wie bereits am Vortag keinen Wind. Das war angenehm. Frühstück gab es im Freien. Die Sonnen wärmte dann doch stärker als der Gasheizer. Nach dem Essen ging es unters Berberzelt. Streckenoptimierung für den Tagesausflug. Ich hatte ja bereits tags zuvor eine Grundorientierung gewonnen und konnte nun mit mehr Sachverstand an die Planung der Ausflügelei gehen.

Ein Stündlein länger sollte es werden und kochen wollte ich auch. Alles drin im gelb/schwarzen Rucksack und es ging heute bekleidungsmäßig einlagig auf den Tagesausflug. Mittlerweile war es ja auch fast Mittag. Wie die Zeit so verfliegt beim „Nichtstun“. Heute gab es erst „Berge“ und danach Geröll- und Steinpisten. Ich vermied heite die Mülldeponie, lediglich ein kleines Zaunstück brachte mich mit ihr in Kontakt. Nach gut 1 Stunde war ich im nichts. Niur noch Hügel, kleine Berge, Steine und Geröll und die Atlasse am Horizont. Es war traumhaft hier draußen. Alles konnte gelaufen werden. Mittlerweile hatte ich mich an das notwendige Getippel auf dem beweglichen Untergrund gewöhnt. Die Hokas (heute mit den Mafate-3 unterwegs) ließen keinen Schmerz an die empfindlichen Fusssohlen. Eine gute Wahl, solch fette Dämpfung unter dem Fußbett zu haben. Alles andere wäre Selbstkateiung.

Hügel an Hügel und Hügel und noch ein Hügel. Es war endlos und dennoch traumhaft schön. Nur die Natur und der „Wüstenläufer“ Kein Straßenlärm, kein Geräsch, das nervte. Einfach nur Landschaft pur. So muss das sein. Auf der Fenix bereits erkennbar, das Flußbett, mein „Wendepunkt“ wurde erreicht. Ich wollte kochen, hatte alles dabei. Hatte ich alles dabei? Ich ging die Checklisteim Kopf noch einmal durch. Der Brennstoff lag noch auf dem Tisch. Schade. Also wurde ein GEL genascht und das Flußbett ohne Kocharena erreicht.

Es wurde anstrengender, aber blieb laufbar. Das Flußbett war bereit, an die 80 Meter schätzte ich. Überwiegend wasserfrei. Ich konnte im ausgetrockneten Fluß laufen. Hüpfen, springen, steigen, abrutschen. Es war wunderschön hier drin. Wieder schwenkte der Track und ich musste den Fluß verlassen. Gefühlte 30 min war ich unterwegs, Hundegebell wurde hörbar. Aber ich machte mir keine Sorgen. Die Hunde, die ich, auch in den Dörfern, in Marokko bisher traf gingen nicht die Menschen an. Sie meldeten sich zu Wort, waren aber nicht agressiv, setzte man seinen Weg unbeirrt fort. Ein beruhigendes Gefühl. In den Orten und auf den Felkdern war desöfternen Gebell vernehmbar.

Ich erreichte eine Schule. Diese liegen hier immer außerhalb. Oft so gesehen. Scheinbar begann der Nachmittagsunterricht, als ich die kleine Zuwegung zum ummauerten Schulgelände abwärts lief. Man belächelte mich. Die kleineren unter den Kindern riefen irgend etwas. Die Temperaturen während des Laufens sehr, sehr angenehm. Das stig die Sonne schien und keinerlei (neneswerter) Wind herrschte, konnten die Armlinge schon mal nach unten gestreift werden.

Ich durchlief den Hauptort. Erreichte eine asphaltierte Straße, die alsbald nach Ouarzazate abzweigte und ich dem unsanierten Teil folgte. Dieser ging bald in einen Kieselweg über und verlor sich auf meinen geliebten Feldtrails. Die letzten 30 minuten meiner Tagesabgabe gings es wieder durch die Anbaugebiete der Großbauern 😉 Schön anzusehen aber mühsam zu bewirtschaften. Wenn wir Mecklenburger schon keinen fruchtbaren Boden haben, was ist dieser lehmige Boden dann erst im Vergleich.

Pünktlich zur Kaffeezeit, den es nicht gab erreichte ich meine Doppelhaushälfte. Es wurde geduscht gegessen und geschlafen. Das letzte Mal sollte es sein. Ich hatte beschlossen, den „Ich halte durch Versuch“ am Folgetag abzubrechen. Es war einfach zu kalt für ein vernünftigen Aufenthalt nach dem Laufen. Bei erträglichen Temperaturen sicher eine gute Erfahrung, dieses Ecolodge. Aber im marrokanischen Winter mit Temperaturen um den Gefrierpunkt sollte man anders gerüstet sein, als ich es war.

Neuner Tag, neue location, neues Laufgebiet

Nach dem Frühstück sagte ich also ade zu den mutigen Betreibern der Ecolodge. Ich wurde noch in die Stadt gefahren. Als Servicedes Hauses, sozusagen. Man kann es sehen, wie man möchte. Der Preis für die 5 Tage war fix und verhandelt. Ich konnte einfach nicht länger bleiben.

Natürlich hatte ich im Vorfeld eine alternative Unterkunft ins Auge gefasst. Diese buchte ich nun kurzfristig. Und hoffte, dort die verbleibenden 2 Tage verbringen zu können. Bereits 4 Stunden vor der offiziellen Zeit fürs einchecken war ich am Ort der Begierde. Ja, es war der erwartete Standard. Etwas in die Jahre gekommen, aber durch sauber, ordentlich, groß udnn vorallem mit Heizung ausgestattet. Sofort wurden die 30 Grad programmiert. Es war eine Wohltat, in kurzen Sachen im Zimmer umher zu laufen. Worüber Mensch sich doch so erfreuen kann ? 😉

Recht schnell war auch eine passende Ausflügelei für den Mittag zusammen geklickt, den Rucksack noch auch kochtechnisch komplett gepackt und dann war er auch schon wieder auf der Reise. Neues Laufgebit. Neue Erfahrung, neue Erwartungen.

Zunächst musste ich gut 20 Minuten den Citytrails folgren, bis ich die Kiesel-Geröll-Gesteinsmischung erreichte, für die ich hierher gekommen war. Wieder breitet sich der Hohe Atlas in Gänze vor mir aus. Wie auch gestern, war ich mich Poles unterwegs. Ich denke, ich werde sich auch mit in die Wüste nehmen. An Ostern, in 2017. Also in 2 Monaten. Kinners, wo ist nur die Zeit geblieben. Gestern noch am Rechenknecht gesessen und mit der Maus minutenlang über dem Anmeldebutton gekreist und in nicht mal 10 Wochen ….

Ich folgte dem langen Weg zum Tafelberg meine Begierde. Ich konnte ich sehen, seitdem ich die letzten Häuser der Stadt hinter mir gelassen hatte. Eine Kaserne, direkt neben dem Flughafen gelegen, wurde passiert. Und nun.

Es ging nur noch gerade aus. Immer diese staubige Straße, diesen „Weg“ entlang. Endlos erschien der Weg. Ich lief und kam kein Stück näher. Ich wandte mich zurück, Irgendwie sah das immer gleich weit aus. Endlich, nach 11 Kiloxtern erreichte ich den ersten Tafelberg. Ich passierte ihn Ein paar „Steigungen“ und „Gefälle“, die den Namen nicht wirklich verdienten aber füpr Abwechslung sorgten, der „Umkehrpunkt. Der höchste Streckenpunkt erreicht. Nun ging es nur noch abwärts. Gefühlte 2%, wenn überhaupt. Immer wieder lange Staubfahnen am Horizont. Hier wurde verkehrt.

Nach Erreichen der Halbzeit suchte ich einen geeigneten Kochplatz aus. Irgendein Highlight braucht so ein stupider Geradeauslauf schon 😉 Gut jedoch, dass ich es getan habe.

Der Rucksack verließ den Rücken, das Kopfutensil verließ den Schutz des Stoffes. Viel Auswahl bestand nicht. Zumindest für den knappen halben Liter Wasser. Wer bitte schleppt für eine Trockennahrung 900 ml Wasser mit. Freunde der verbeutelten Nahrung? Hier gibt es Optimierungsbedarf. Es war lecker, das andere außer Peronin und es war erfrischend, naturnah zu speisen. Viel zu schnell brach ich wieder auf. War ja kein Picknick nicht, schließlich und überhaupt.

Es wellte sich bis zur großen Verkehrsader, die das „kleine“ Ouarzazate mit dem Rest des großen, weiten Landes verbindet. Passiert und rein ins Gewühl der kleinen Dörfer und endlosen Felder. Etwas orientierungs-, da weglos, anfangs zumindest erreichte ich schließlich eine teils herrlich zerfahrenen Weg. Dieser direkt an einem Bewässerungsgraben gelegen. Nicht trinkbar, leider. Meine Trinkflaschen bereits wieder leer. Es war nicht mehr weit, bis der nächste Einraumsupermarket kommen sollte.

Ouarzazate wurde erreicht, die Wege breite, in Stein gefasst. Fußwege taten sich auf. Es wurde stüpide. Am nächsten Getränkehandel verschwanden 3 Getränkeflaschen im Rucksack. Uuih … die 4,5 kg waren merklich. Wat mut …

Es sollte nicht mehr weit sein. Für Abwechslung sorgte lediglich noch ein kurzer Verbandsstop. Hatte ich doch einen tiefhängenden Ast übersehen. Man hat das geknallt. Und Blut floss ohne Ende. Ehe ich die Sache so recht begriff, hatte mein Umfeld mich schon mit offenem Mund „bestaunt“. Schnell eine Kompresse drauf und eine Binde um den Kopf. Anders war die Blutung nicht mehr zu stoppen.

Den verbleibenden Kilometer bis zum Startpunkt wanderte ich dann vorsorglich. Autsch, tat mir die Rübe weh. Hoffentlich nichts Dramatisches? Mann wusste es nicht.

Fortsetzung gibts hier